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23.01.2017

Modern Patch Monday Kann es ein Zuviel geben?

Hallo und Willkommen bei einem neuen Modern Patch Monday.
Hello and welcome to another Modern Patch Monday. 



Vorhin lieft es mir (May) kalt den Rücken runter, weil ich im Kalender nachgesehen hatte, dass ich mit MPM dran bin. Was sollte ich bloß schreiben, ich habe ja nichts vorzuzeigen!

It frankly gave me a chill to think about writing the post for our Modern Patch Monday. I haven't done any sewing lately; what am I to tell? I suppose the truth would be a good place to start.

Ende November bin ich in ein vollständig eingerichtetes Haus eingezogen und es folgte die Renovierung von vier Zimmern. Wie ihr es wahrscheinlich vorstellen könnt, stehe ich vor einem logistischem Problem. Ich kann meine Sachen nicht einräumen, bevor irgendwo Platz gemacht worden ist. D. h. überall stehen Umzugkartons und Haufen von Gegenständen herum, die entweder weggeschmissen, oder eingeräumt werden sollen. Und was hat das mit Modern Patch Monday zu tun? 

End of November I moved house to a perfectly furnished house. A refurbishment of four rooms followed, because they badly needed some fresh wallpaper and a lick of paint. As you can imagine I needed to get stuff out before I could get my stuff in. The result is lots of boxes with stuff everywhere, either going in or out. Ok so what has this to do with the Modern Patch Monday you may ask?

Nun, der gestrige Tag habe ich nur mein Nähzimmer aufgeräumt, Stoffe gefaltet und Stoffreste einsortiert. Irgendwann habe ich mich selbst auf die Schulter geklopft, ganz nach dem Motto "gut gemacht". 

Well, I spent my weekend getting my sewing room into some kind of order. I've been folding fabrics and sorting my scraps into boxes according to colour. Actually I was yesterday quite pleased with myself.

und jetzt noch die letzten Kisten...
Aber dann folgte noch eine Tour in den Keller und ich entdeckte noch drei Kisten mit Stoffen, die irgendwo untergebracht werden müssen. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass ich all diese Stoffe nicht wirklich brauche. Und beim Einräumen kam ganz oft die Frage: was habe ich mir bloß gedacht?

But then I made the mistake to have another look in the basement and found three large boxes with more fabrics still. Somehow it began to dawn on me I do not really need all these fabrics. And quite often I asked myself: OMG, what was I thinking?

Vor einigen Jahren habe ich auf den Hilferuf einer Amerikanerin geantwortet. Sie sagte sie habe zu viele Stoffe und könne sich nicht auf die Projekte konzentrieren, die sie wirklich machen wollte. Großzügig wie ich bin, habe ich angeboten ihr einiges abzunehmen. Ich war auf der Suche nach einer bestimmten Stoffserie und sie hatte sie vorrätig und wollte sie sogar loswerden. Ich dachte, da würde vielleicht ein Layer cake o. ä. kommen. Aber es kamen 22 Meter Baumwollstoffe, bester Qualität. Und einige Jelly rolls, Layer cakes und Charm packs, wenn ich mich richtig erinnere. 

Some years ago I answered an American lady asking for help. She had too many fabrics and wanted to give some away. Well, you know me, the girl scout in person :-) Of course I gave her my address, expecting some layer cakes, or perhaps a bit of fabrics. But she sent me some 24 yards of fabrics, layer cakes, jelly rolls and charm packs.

Vor Freude bin ich ja fast in die Luft gesprungen (nach dem ich mich vom dreistelligen Betrag beim Zoll erholt hatte). Was wollte ich nicht alles mit diesem Schatz machen! 

I was over the moon with my scoop! And had thousands of plans.

Was meint ihr ist passiert? Genau; nichts! Die Dame war eine starke Raucherin und hatte einen Hang zu Blümchen, nicht so ganz meine Welt. Monatelang habe ich die Stoffe draußen in der frischen Luft gelagert und ich habe tonnenweise Febreze drauf gekippt, aber es hilft nichts. Sie stinken zum Himmel! Also, ganz klare Kiste; diese Stoffe verbleiben in ihrem Box. Klar, ich könnte sie waschen, aber das ist mir zu viel Aufwand.

So what do you think happened? Exactly; nothing! The lady was a smoker and a keen fan of tiny flowers, not my brand of thing. I tried for months to air the fabrics and poured tons of Febreze over them, but nothing helped. They still stink! Of course I could wash them, but I think they will stay in their box until I come up with a better idea. 

Aber die anderen beiden; wo bringe ich die bloß unter? Sie müssen irgendwo im Sichtweite untergebracht werden. Ich kenne mich selbst doch. Wenn ich sie nicht direkt vor Augen habe, vergesse ich sie wieder und bestelle noch mehr! Und wenn ich schon dabei bin könnte ich doch diese, oder jene neue Stoffserie gleich mit bestellen. Und so geht es ewig weiter.

Two boxes left; where am I to put them? I need to keep them somewhere I can see them, or I will forget all about them and order some more. And while I am at it some new fabric lines as well. The temptations of online shopping...

Was meint ihr dazu? Kann man wirklich zu viele Stoffe haben? Ab wann hat man zu viele? Gibt es ein Zuviel überhaupt?

What do you think? Is it possible to have too much? Where is the breaking point between stash building and hoarding?

Was habt ihr so gemacht? 

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    Eure May und die

    21.01.2017

    Blind date heute - Maria Reuter

    WIE MICH PATCHWORK GEFUNDEN HAT...

    1989 beschlossen mein damaliger Freund, wir wohnten in Fürstenfeldbruck, und ich, mit einem Wohnmobil durch die USA zu fahren. Wir nahmen unseren Hund Birdy mit auf die Reise und blieben fast 1 1/2 Jahre drüben, es war bisher die beste Zeit meines Lebens.

    Die Reise begann in Vancouver und wir nahmen die Route Richtung Norden bis zum „Top of the World“ in Alaska. Natürlich schrieb ich regelmäßig unser Reisetagebuch und in den USA gab es damals schon die "One-Hour-Fotos“, mit denen ich meine Berichte wunderbar illustrieren konnte.


    Nach einiger Zeit wurde es mir doch langweilig und ich überlegte, welche Handarbeit ich machen könnte. Kreatives mit meinen Händen zu vollbringen hat mir irgendwie gefehlt. In den Fabric Stores fand ich nichts was mich überzeugen konnte, doch gefiel mir die gigantische Auswahl an Blümchenstoffe, die ich von Deutschland nicht kannte. Es entstand in meinem Kopf eine Idee: Wenn ich zurück  bin, wollte ich Jeansjacken nähen und mit diesen Stoffen abfüttern.


    Auf den Campingplätzen schloss immer Birdy zuerst die Freundschaften und somit lernten wir ein sehr nettes Ehepaar von Whidbey Island (nördlich von Seattle, wunderschön!) kennen. Sie luden uns auf einen Besuch ein, wenn wir Richtung Süden fahren und das machten wir auch. Inzwischen war mein Lager an Blümchenstoffen recht umfangreich geworden und ich erzählte von meiner Jeansjackenidee. Jo sagte, das sind doch alles Patchworkstoffe, warum machst Du das nicht. „Patchwork" hatte ich wirklich vorher noch nie gehört, habe auch nicht darauf geachtet und als ich das erste Buch bei Jo sah, begriff ich überhaupt nichts. Um Himmels Willen, was ist denn das? Ich fand keinen Bezug dazu.


    Nun, unsere Reise ging gemütlich weiter und in San Francisco besuchten wir eine deutsche „alte“ Freundin, die sehr früh ausgewandert war. Ihr erzählte ich auch meine Jeansjackengeschichte und sie fragte: warum machst Du kein Patchwork! Schon wieder diese Frage!!! Wir fuhren in mehrere Geschäfte und überall liefen die Kurse und dann fanden wir eine Frau, die an 2 Nachmittagen ins Haus kam und uns die Grundbegriffe des Patchwork lehrte. UND DAS WAR DER ANFANG!  Ich lernte Schablonen zu machen, kleine Teilchen mit der Hand zusammen zu nähen und ohne Rahmen zu quilten. Mein erster Block war der Ohio-Star.


    Meine Stoffauswahl war nun eine ganz andere und ich wurde fabriccrazy! Ich kaufte dann auch Bücher, jeder Stoffladen auf der Tour gehörte mir und ich hatte richtig Spaß, die Geometrie der Blöcke zu lernen. Natürlich nähte ich sehr fleißig, eigentlich schon besessen! Gebügelt habe ich unterwegs auf unserem Schneidbrett in den Toilettenhäuschen mit Stromanschluss. Was werden die Amis wohl gedacht haben? Na ja, für die war dies ja nichts Neues und ich tauchte völlig in die Welt des Patchwork ein. Im Wohnmobil nähte ich 3 große Quilts als Decken geeignet und 2 Kopfkissen mit ganz vielen unterschiedlichen Blöcken, einfach als Übung gedacht.  Einmal hatte ich keine Schablonenfolie mehr und wir standen mitten in der Wildnis. Unsere Plastiktischsets fanden eine viel bessere Verwendung! Ich liebe meine 3 handgenähten Quilts. Einen habe ich lange Zeit benutzt und nach der 2. Wäsche sah ich erst einen Fehler. Nun hat er an Farbe verloren, ist in Pension und durch ihn werde ich immer an die Worte einer Amishfrau erinnert: Nur Gott ist vollkommen.


    Ja, das ist meine kleine Geschichte.
    Später, als ich selbst Anfängerkurse gegeben habe, gestaltete ich sie genauso wie meine Beginnerstunden. Anfangs quälte ich meine Schüler noch damit, die Teile mit der Hand zusammen zu nähen. Aber das war falsch, jeder ist anders begabt und nach einem Wochenende möchte man ja auch so viel wie möglich an Ergebnissen sehen. Es war immer ein Erlebnis, am Ende des Kurses die unterschiedlichsten Sterne nebeneinander zu sehen. Schon das ist ein kleines Kunstwerk. Und wer an meinem pensionierten Quilt zuerst den Fehler entdeckte, bekam von mir einen Cappuccino spendiert.


    Ach ja: Ich sammelte in den USA natürlich fleißig Stoffe und schickte sie dann zwischendurch nach Hause, ein bißchen unauffällig für den Mann… Ich zählte sie hier durch und hatte 432 Verschiedene und nur 2 Muster waren doppelt! Natürlich gibt es heute noch Restanten, aus denen ich Schuhsäckchen als Geschenk nähe.



    Es hat mir gerade Spaß gemacht, in die Erinnerungen einzutauchen. Patchwork hat mein Leben so sehr bereichert, auch wenn die Quilts meist im Verborgenen ruhen. Kreativität ist doch herrlich, egal in welcher Form!


    Mit ganz lieben Grüßen Maria!

    Mays Kommentar: ich konnte nicht widerstehen, den Text zu einigen Bildern auch noch zu veröffentlichen. Hier kommt ein Auszug aus unserem Schriftverkehr:


    Ich werde einige Fotos mit einem kleinen Kommentar anhängen. Von meinem „Senior“ gibt es leider kein Foto, muss ich vielleicht mal bei Gelegenheit machen.
    Ansonsten sind fast alle Quilts auf der Homepage.

    "Per Anno", mein Quilt zur Jahrtausendwende



    bei den einzelnen Monaten habe ich verschiedene Techniken angewendet, mit denen ich zu diesem Zeitpunkt gearbeitet habe. Die 17 im Februar ist mein Geburtstag.


    Mein wirklich erster eigener Entwurf (1993) nach der traditionellen Phase. Er ist ca. 180x180cm. Ich habe ihn Originalgroß auf Papier gemalt - mit dem unendlichen Knoten von Escher - und letztendes sind es 465 verschiedene Teilchen. Die Farben habe ich während des Zuschnitts festgelegt. Hierauf bekam ich einen Sonderpreis einer Jury und das machte mir Mut, meine eigene Schiene zu fahren. (Kursangebot) Es gibt noch einen 2. Quilt mit über 1000 Teilen, aber den habe ich ohne zu fotografieren verschenkt…!


    und diese Beiden sind eigentlich „Left Overs“ und groß genug für das Sofa. Aus kleinen Reststücken und übrig.


    gebliebenen Streifen nähe ich Log Cabins, Schachbrett usw. Wenn ich genug Material beisammen habe, nähe ich die farblich passenden Ohio Stars dazu. (Remember an die Anfänge). Zuerst pinne ich die Sterne an meine Wand und die Lücken fülle ich auf mit all den bereit liegenden Left Overs und ergänze mit Allerlei. Das Arbeiten ohne vorheriges Konzept ist recht spannend, natürlich nicht medaillenverdächtig, aber ich liebe es. Manchmal können  3 - 4 Jahre vergehen, bis ich für einen Quilt genügend gesammelt habe.


    ach ja, das ist auch ein Left Overs und wurde ein Hochzeitsgeschenk für eine Freundin.


    Flower Power I, zuerst sammelte ich 2 Jahre Blümchenstoffe und bei 123 dachte ich mir, es könnten genug sein. Es ist mein Lieblingsquilt und frag mich nicht, wie lange ich gequiltet habe! Ihr kennt ihn ja in natura.

    19.01.2017

    Januar: Bee-Block von May

    Ganz nach dem Motto "Make it simple, less is more" hat May sich für ihren Bee-Monat folgenden Block für uns überlegt.

    Ganz viel Weiß und ein wenig Senf....



    Und May hat sich natürlich ein paar genaue Gedanken gemacht, warum es gerade dieser Block werden muss und wie es zu diesen Farben kam:

    Ich habe schon immer Farben geliebt, meine Augen wandern immer zu den bunten Dingern und ich frage mich oft, etwas mitleidig, warum jemand nur in beige durch die Gegend schleicht, wenn es doch so viel Schönes auf der Welt gibt.

    Jetzt hat das Leben mir so einiges zugemutet und so viel ist auf mich niedergeprasselt, dass ich merke, dass ich innerlich zumache und nicht mehr so viele Farben ertrage. Deswegen besinne ich mich auch auf meine Wurzeln.

    Ich bin Finnin, es kam mir nie in den Sinn etwas anderes werden zu wollen. Und bei uns wird Design ganz groß geschrieben. Alles wird sehr einfach gehalten; einfache Formen, wenig Farbe. Und es wirkt auf mich sehr beruhigend.

    In meinem neuen Schlafzimmer ist alles weiß, und das ist genau das was ich zur Zeit brauche. Meine neue Decke wird auch größtenteils weiß sein, mit ein paar senfgelbe Ecken. Senfgelb ist schon seit meiner Kindheit meine absolute Lieblingsfarbe, auch wenn ich sie selten benutze. Mein Design ist nicht kompliziert, nur stur diese weißen Blöcke mit einem Viereck in der Mitte, eine Reihe nach der anderen.
    Aber wahrscheinlich baue ich noch etwas anderes zu den gelben Quadraten mit in den Quilt rein. Vielleicht ein Quadrat in einer anderen Farben, etwas dunkleres gold, oder anthrazit? Oder vielleicht ein Dreieck? Ich weiß es nicht. Ich möchte mich auch nicht festlegen; wenn die Zeit kommt werde ich entscheiden. Vorher nicht.

    In diesem Sinne auf eine fröhliche Bee 2017!

    Judith, May und die